Wir leben in einer digitalen Welt
Niemand wird ernsthaft bestreiten, dass wir in einer digitalen Welt leben.
Die digitale Transformation ist keine Zukunftsvision mehr, sie ist längst Alltag. Entwicklungen haben sich in den letzten Jahren so rasant beschleunigt, dass viele Prozesse heute selbstverständlich digital stattfinden – oder zumindest stattfinden sollen.
Genau darin liegt eine große Chance.
Denn digitale Anwendungen könnten vieles vereinfachen:
Dokumentation, Verwaltung, An- und Ummeldungen, Anträge, Abstimmungen.
Was früher Papier, Wege und Wartezeiten bedeutete, lässt sich heute theoretisch mit wenigen Klicks erledigen.
Theoretisch.
Praktisch erleben viele Menschen das Gegenteil.
Formulare sind unverständlich, Prozesse verschachtelt, Begriffe erklärungsbedürftig. Man klickt sich durch digitale Anwendungen, die zwar modern aussehen, aber nicht wirklich helfen. Die Frustration entsteht – nicht, weil etwas digital ist, sondern weil es schlecht gemacht ist.
Aber das muss nicht sein, wenn man von vornherein die Nutzer mit einbezieht.
Genau an diesem Punkt treffen sich meine Arbeit als Brand Designerin und meine Begeisterung für Usability-Tests. Denn gutes Design ist für mich nie reine Oberfläche. Es ist immer auch Funktion, Verständlichkeit und Haltung.
Usability Tests in Minden
Auf das Format Usability-Testessen bin ich vor drei oder vier Jahren eher zufällig gestoßen, als ich mich mit FIGMA und Designsystemen beschäftigte. Es passte also genau in den Augenblick. Meine erste Teilnahme war dann während der Corona-Zeit ein Online-Usability-Test ohne Pizza* (das mit der Pizza wird später erklärt 😉 )
Es war durchaus spannend, denn wo hat man schon mal die Gelegenheit Apps, Tools und Prototypen, die noch in Entwicklung sind, zu testen und kennenzulernen. In einer Art Speed-Dating-Runden kann man 6 oder mehr Produkte testen und Feedback geben. Usability-Guru Jakob Nielsen sagt: „Mehr als fünf Nutzerinnen oder Nutzer braucht es nicht, um die größten Schwächen der Gebrauchstauglichkeit eines Produkts zu entdecken.“ Genau deshalb ist das Testessen so effektiv.
Digitale Anwendungen müssen nicht zwangsläufig kompliziert, sperrig oder frustrierend sein. Sie sollen unser Leben leichter machen – nicht schwerer. Dafür sind diese Usability-Tests gedacht.
Mich hat die Idee sofort abgeholt! Vielleicht, weil ich als Designerin immer neugierig bin. Auf Neues. Auf bessere Lösungen. Auf andere Blickwinkel. Der Wunsch, Dinge sinnvoll weiterzudenken, ist verankert in meiner Arbeit.
Und so fieberte ich den nächsten Terminen entgegen, auch wenn ich dafür bis Bielefeld und Gütersloh fahren musste.
Pizza, Testen, Netzwerken
Die Idee ist so einfach wie genial: Testen. Zuhören. Austauschen.
Ohne Bühne. Ohne Verkaufsfolie. Ohne Ego.









Mein Herz schlägt für gutes Design und Funktionalität
In meiner Arbeit als Brand Designerin geht es mir nicht nur darum, Marken sichtbar zu machen, sondern verständlich.
Zu einem GUTEN DESIGN gehört nicht nur eine gewisse Ästhetik sondern immer auch die Funktion.
Eine Marke entfaltet ihre Wirkung nicht durch Farben, Bilder oder Logos allein, sondern durch Erlebnisse – und bei digitalen Touchpoints spielt die Funktionalität eine zentrale Rolle.
Was nützt die beste Markenstrategie, wenn niemand versteht, wie man ein Formular ausfüllt und eine Bestellung abschließt? Wenn Nutzer nicht finden, was sie suchen? Oder wenn Prozesse so kompliziert sind, dass man unterwegs entnervt aufgibt?
Usability übersetze ich auch gern mit Gebrauchstauglichkeit. Ich denke, Usability ist ein Markenthema.
Ein Vertrauensfaktor. Und auf jeden Fall ein Verkaufsfaktor.
Über das Testessen – die Idee
Ein Usability-Testessen besteht aus mehreren kurzen Testrunden.
In jeweils etwa zwölf Minuten bearbeiten Testpersonen konkrete Aufgaben an einer Website, einem Prototypen oder einer Anwendung, z. B. „Finde die Kontaktseite“ oder „Melde dich an“ oder „bediene den Konfigurator“. Die „Tester*innen“ sprechen laut aus, was sie denken, erwarten oder nicht verstehen. Die Entwickler*innen beobachten, wie man vorgeht und stellen eventuell Fragen. Nach 12 Minuten gehts zur nächsten „Test-Station“.
Diese Methode des lauten Denkens (Thinking-Aloud) ist erstaunlich wirkungsvoll.
Sie macht sichtbar, was sonst verborgen bleibt: Annahmen, Missverständnisse, Stolperstellen.
Am Ende des Abends gibt es Pizza, kühle Getränke, Gespräche. Die Atmosphäre ist jedesmal besonders, denn hier treffen sich Menschen, die das Gleiche erreichen wollen – die Dinge für reale Nutzer besser machen!
Lasst uns Probleme mit Partystimmung lösen!
Die ursprüngliche Idee stammt von der Agentur quäntchen + glück aus Darmstadt. Inzwischen wird das Format von der German UPA weitergeführt und getragen.
Dass sich ein professioneller UX-Verband dieses Formats angenommen hat, zeigt für mich, wie relevant und zeitgemäß diese Art des Testens ist: niedrigschwellig, offen, gemeinschaftlich.
Ich organisiere das Usability-Testessen, weil es „cool“ ist (JA!) und weil ich überzeugt bin, dass gute digitale Produkte nur entstehen, wenn wir bereit sind zuzuhören.
Und weil Probleme sich oft leichter lösen lassen, wenn man zusammen arbeitet.
Digitale Anwendungen sollten den Menschen ernst nehmen
Wenn dich ähnliche Fragen bewegen
oder du das Gefühl hast, dass dein digitales Produkt besser werden könnte,
freue ich mich über eine Nachricht.
Und wenn du neugierig auf das Usability-Testessen bist,
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oder einfach im Austausch bleiben willst:
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